Riedteufel (Minois dryas)

Namensherkunft 

Der Name Riedteufel steht für den Hauptlebensraum des Schmetterlings, das Ried, also Feuchtgebiete und Moore und die dunkle Färbung. Wegen seiner schwarzen Augenflecken mit hellblauem Kern wird er auch Blaukernauge oder Blauäugiger Waldportier genannt.

Systematische Einordnung

Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)

Familie: Edelfalter (Nymphalidae)

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

Klasse: Insekten (Insecta)

Lebensweise/Ökologie

Der Riedteufel kann mehrere unterschiedliche Lebensräume bewohnen. Er ist sowohl in trocken- mageren als auch in feucht- mageren Gebieten anzutreffen. Beide Lebensräume sind zunehmend selten zu finden.

Die feuchten Streuwiesen, wie sie im Palsweiser Moos noch bestehen, bieten den Riedteufeln gute Bedingungen: Durch das gleichzeitige Vorkommen von Futterpflanzen für die Raupen (wie Seggen und typische Riedgräser, vor allem Pfeifengras) und Nektarpflanzen für die Falter ist eine lückenlose Entwicklung gewährleistet. Die Falter der Riedteufel sind sehr stark auf den Nektar von violetten Blumen fixiert. Dazu gehören im Palsweiser Moos z.B. Skabiosen, Kratzdisteln, Flockenblumen und Blutweiderich.

Erwachsene Riedteufel fliegen in einer Generation von Juli bis September. Nach der Paarung lassen die Weibchen ihre weißlichen Eier einzeln in der Nähe der Futterpflanzen zu Boden fallen. Dort verfärben sie sich nach einigen Tagen bräunlich mit dunklen Sprenkeln. 

Die Raupen schlüpfen und fressen in späteren Stadien nachts als Einzelgänger, ähnlich wie auch die Raupen verwandter Arten. Wir finden sie ab September. Der Riedteufel überwintert als Raupe vor der ersten Häutung. Die Raupen können im darauf folgenden Jahr bis Juni beobachtet werden.

Besonderheiten

Durch ihre dunkle Färbung sind die Falter der Riedteufel an ein Leben unter feuchten Bedingungen, wie sie in den Streuwiesen des Palsweiser Mooses anzutreffen sind, angepasst: Die für wechselwarme Organismen wichtigen, wärmenden Sonnenstrahlen werden optimal ausgenutzt. Aus diesem Grund treffen wir den Riedteufel oft beim Sonne tanken mit weit geöffneten Flügeln an. Dies ist für andere Arten der Augenfalter untypisch.

Für die Verpuppung gräbt sich die Puppe am Boden eine flache Grube. Dafür verwendet sie die halbkreisförmigen Fortsätze neben den Unterkiefern.

Kennzeichen

Die Falter der Riedteufel haben eine Flügelspannweite von 45 bis 60 Millimeter. Die Oberseite der Flügel ist dunkelbraun mit blauschwarzem Schimmer. Die Vorderflügel sind sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite von zwei kleinen schwarzen Augenflecken mit hellblauem Kern gekennzeichnet. Beim Weibchen sind diese Flecken deutlich größer als beim Männchen. Die Grundfarbe der Flügelunterseite ist graubraun. Bei manchen Exemplaren zeigen die Hinterflügel auf der Oberseite ebenso einen kleinen Augenfleck. Über beide Flügelpaare zieht sich auf der Unterseite eine gewellte, graue Binde.

Die ca. 30 mm langen Raupen sind hellbraun/wollweiß längsgestreift, wobei beide Farben in sich marmoriert sind. Am Rücken verläuft ein unterbrochener, dunkelbrauner Längsstreifen, an den Seiten ein gleichfarbiger, durchgehender Streifen der sich nach hinten verjüngt. Das Hinterende läuft in einen kurzen Gabelschwanz aus. 

Die Kopfkapsel der Raupe ist hellbraun und von 6 dunklen Längsstreifen gekennzeichnet. Neben den Unterkiefern sind beim genauen Hinsehen zwei halbkreisförmige Fortsätze zu erkennen.

Gefährdung

Riedteufel sind ursprüngliche Bewohner des Dachauer Mooses und den anderen ehemals ausgedehnten Niedermooren der Münchner Schotterebene. Schon seit der letzten Eiszeit nutzen sie diesen früher großflächig strukturreichen Lebensraum.

Jetzt sind sie sehr selten anzutreffen und gehören in Bayern zu den stark gefährdeten Arten, weil Streuwiesen in Niedermoorgebieten wie im Palsweiser Moos Biotope geworden sind, die aufgrund der intensiven Nutzung unserer Umgebung nur noch vereinzelt zu finden sind. Im Palsweiser Moos wird versucht durch Auflichtung der Moorbirkenwälder den Lebensraum zu vergrößern und isolierte Flächen zu vernetzen

Maßnahmen

Wir treffen vielfältige Maßnahmen um den Lebensraum und die Artenvielfalt zu erhalten.

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Artenvielfalt auf kleinstem Raum

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Projektträger

BUND Naturschutz
in Bayern e. V.

Gemeinde Bergkirchen

Förderer

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Ein Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberbayern