Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus)

Namensherkunft

Der Name ist vom Lebensraum der Art, überwiegend Moore und andere Feuchtgebiete, abgeleitet.

Systematische Einordnung

Unterfamilie: Grashüpfer (Gomphocerinae)

Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)

Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)

Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)

Klasse: Insekten (Insecta)

Lebensweise/Ökologie

Der Sumpfgrashüpfer ist in Europa und Asien verbreitet, die Tiere leben bis zu 1500m NN. Innerhalb Mitteleuropas zählen Sumpfgrashüpfer zu den am spätesten schlüpfenden Kurzfühlerschrecken. Erwachsene Tiere können von Juni bis November beobachtet werden. 

Der Sumpfgrashüpfer ist ausgesprochen feuchtigkeitsliebend. Aufgrund dieser Ansprüche an ihr Biotop besiedelt die Art Hoch- und Niedermoorgegenden und nasse Wiesen in Flusstälern in Bereichen mit maximal mittelhoher Vegetation. Seine Eier benötigen eine gewisse Mindestfeuchtigkeit.

Andere Heuschrecken, die auch im Palsweiser Moos in der Gesellschaft des Sumpfgrashüpfers gefunden werden, sind Wiesengrashüpfer, langflügelige Schwertschrecken und Sumpfschrecken, da deren Lebensweisen sich ähneln: Die Tiere ernähren sich von feucht wachsenden Süßgräsern (z.B. Blaues Pfeifengras, Schilfrohr und Schwarzes Kopfried) und verschiedenen Sauergräsern. 

Während der Paarungszeit ist in den Streuwiesen im Palsweiser Moos das Zirpen der männlichen Tiere zu hören. Sie präsentieren sich und versuchen die Weibchen anzulocken. Paarungsbereite Weibchen nähern sich dem Männchen an, antworten ihm sogar in seltenen Fällen oder werden von ihm durch Zufall gefunden und es kommt zur Paarung.

Die Weibchen legen ihre befruchteten Eier mithilfe ihres Legebohrers entweder in die Erde oder in den Wurzelfilz von Seggen. Die ausgeschlüpften Larven durchleben vier Häutungen bis sie erwachsen sind.

Besonderheiten

Erst durch die genaue Untersuchung der Gesänge konnte FABER 1929 eine eindeutige Trennung des sehr ähnlich aussehenden (s. u.) Sumpfgrashüpfers vom Gemeinen Grashüpfer vornehmen: „Alle Lautäußerungen erklingen bei Chorthippus montanus gegenüber Ch. paralleleus im ganzen derber, lauter, der einzelne Laut langgezogener. Die Aufreihung zur Strophe ist unter gleichen Umständen immer langsamer als bei parallelus.“

Wie auch beim Gemeinen Grashüpfer gibt es bei den Sumpfgrashüpfern langflügelige Formen bei beiden Geschlechtern, die voll flugfähig sind. Es wird davon ausgegangen, dass durch diese besonderen Tiere die Besiedlung neuer Flächen stattfindet.

Gefährdung

Der Sumpfgrashüpfer zählt in Bayern zu den „zurückgehenden Arten“. Er hat Einzug in die Vorwarnliste der roten Liste der gefährdeten Arten genommen.

Bedroht ist die Art vor allem durch die Zerstörung der feuchten Lebensräume oder durch deren Nutzungsänderung.

Die Art ist auf mäßige Bewirtschaftungsmaßnahmen angewiesen. Eine geeignete Pflegemaßnahme für die Lebensräume des Sumpfgrashüpfers ist die extensive Bewirtschaftung der Nasswiesen durch ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr oder extensive Beweidung. 

Kennzeichen

Grashüpfer im Allgemeinen lassen sich nur schlecht anhand ihrer Färbung unterscheiden, da diese sehr variabel sein kann. Beide Arten unterscheiden sich von den anderen verwandten Grashüpfern durch dunklere Knie und kürzere Flügel. Ansonsten treten sie oft in grünen Formen, manchmal mit braunen Rücken auf; es sind aber auch ganz braune, gelbliche, rötliche und bunt gescheckte Tiere zu finden. Deshalb wird der Sumpfgrashüpfer leicht mit dem Gemeinen Grashüpfer (Ch. parallelus) verwechselt. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind: Der Sumpfgrashüpfer wirkt im Vergleich kräftiger als seine Schwesterart. Seine Flügel wirken durchsichtiger, weil der Flügelfleck nicht so kräftig ausgeprägt ist wie beim Gemeinen Grashüpfer. Weibliche Tiere sind an der längeren Legeröhre zu erkennen, Männchen des Sumpfgrashüpfers haben auf der Schrillleiste, mit der sie die zirpenden Töne erzeugen, mehr Zäpfchen als die des Gemeinen Grashüpfers (ca. 140 gegenüber ca. 94). Die Männchen beider Arten werden 12,9 bis 16mm lang. Weibliche Tiere sind größer: 17 bis 22mm.

Maßnahmen

Wir treffen vielfältige Maßnahmen um den Lebensraum und die Artenvielfalt zu erhalten.

» Mehr informationen

Artenvielfalt auf kleinstem Raum

Erfahren Sie mehr über die einzigartige Pflanzen- und Tierarten im Palsweiser Moos.

» Artenvielfalt entdecken

Unterstützer erwünscht

Sie wollen mithelfen diese Naturlandschaft zu erhalten? Es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren.

» Kontakt aufnehmen

Projektträger

BUND Naturschutz
in Bayern e. V.

Gemeinde Bergkirchen

Förderer

Flyerdownload (PDF)

Ein Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberbayern